你好我的朋友們!

Durch meine Kommilitonen inspiriert gebe ich nun mein eigentliches Vorhaben mein Tagebuch oder wie auch immer man das nennen will bei Studi zu schreiben auf. In so einem Blog kann man ja auch viel kreativer sein und viel mehr aussagekräftige Fotos hochladen...

Man könnte es natürlich auch als Ideendiebstahl bezeichnen, aber ich sehe das einfach pragmatisch, da ich so alle, die es interessiert einfacher informieren kann als über den umständlichen Weg einer Studigruppe...

So ein Blog ist andererseits auch wieder ein gewisses Statussymbol, was die Verwendung widerum fragwürdig werden lässt....

Aber genug von Sinn und Unsinn so eines Blogs und hoffentlich viel Spaß beim Lesen desselbigen °.°


Mittwoch, 16. Dezember 2009

Taiwanrhythmus

Ich habs schon mal erwähnt, aber mein Schlafrhythmus ist hier schon ein wenig verkorkst. Grade habe ich festgestellt, dass es meinem Essrhythmus genauso geht. Es ist zwei Uhr morgens und ich habe mich grade dazu entschieden, noch mal schnell in den 7-Eleven zu gehen und mir was zu essen zu kaufen. Jetzt werde ich mir noch eine Episode Spongebob auf Chinesisch im Netz angucken und dann doch endlich schlafen gehen. Aber morgen ist ja kein Unterricht und das Training wurde auch abgesagt, weil wir es heute sehr gut hinbekommen haben.

Jetzt wo ich mich nicht nur in unser Programm eingefunden habe, sondern auch mehr das Gefühl habe wirklich im Team angekommen zu sein, ist es nur noch ein Monat bis es wieder nach Deutschland geht. Ich hätte zwar jetzt auch gerne nen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt und meine Liebsten um mich, aber ich würde auch sehr gerne noch hier bleiben und noch an mehr Tagen das Gefühl haben, dass mein Chinesisch kommunikationstauglich ist und nicht schon wieder auf Wiedersehen sagen, wo man sich doch grad erst richtig angekommen ist.

Jetzt freue ich mich aber erst mal aufs Wochenende und den hammer Sonntag, zu dem auch schon viele Freunde zugesagt haben zum Anfeuern zu kommen. Drückt mir die Daumen für eine gelungene Routine ohne Stürze und anderes Unheil!

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Die Monster sind los!

Nach dem Tryout bei den Monstern haben sie entschieden, dass ich zusammen mit dem B-Team auf den Nationals am 20. Dezember starten darf. Erst war ich ein wenig enttäuscht, aber im Nachhinein denke ich es ist ganz gut so. Es ist ja schließlich meine erste Meisterschaft und auch mein erster Auftritt, bei dem somit Tanz und Co. für mich wirklich eine Rolle spielen. Ich muss das erste Mal über zwei Minuten den Takt halten, im Kopf ordentlich mitzählen, die Schritte und jede Kleinigkeit behalten und es ist definitiv schwieriger als erwartet. Unsere Tänze sind jetzt so langsam in Fleisch und Blut übergegangen, nur die Sprünge bereiten mir noch Sorgen, aber es wird schon irgendwie. Wäre ich im A-Team gewesen, wäre das ganze sicherlich noch um einiges komplizierter, sodass ich ganz froh bin über die Entscheidung. Ich habe indem Sinne auch nicht so anstrengendes Zeug zu tun, sodass ich lediglich als Backspot mehr Sicherheit gebe oder mal 1 Mädel auf meinen Schultern zu stehen habe und insgesamt drei Saltos machen muss. Ich hätte zwar auch gerne ein paar Frauen geschmissen und mehr Stunts gemacht, aber ich glaube das Vertrauen in mich reicht wohl noch nicht. Das ist hier glaube ich eher ein langwieriger Prozess und meine Zeit dafür hier wohl zu kurz. Darüber hinaus hat mir ein Mädchen im Team gesagt, dass evtl. auch die Angst vor sprachlichen Missverständnissen bzw. der Aufwand diese aufzulösen zu groß wäre. Es ist aber auch so herausfordernd und macht Spaß und ich bin Ihnen dankbar, dass sie mir überhaupt diese Möglichkeit geben. Ab morgen heißt es dann ungefähr 40 Stunden Training... und das nicht aufgeteilt auf einen Monat oder so, sondern auf die restlichen 9 Tage vor der Meisterschaft. Jeden Tag Training und ich muss sogar zwei Chinesischstunden dafür ausfallen lassen! Da habe ich also noch genug Zeit auch meine Sprünge ordentlich hinzubekommen.

Unser Auftritt dauert ungefähr 2,5 Minuten (Standardzeit im Cheerleading behaupte ich mal) und ist in drei Teile aufgeteilt.

1. Musik Teil 1
Sprünge
Tumbling (Saltos & Co.)
Groupstunts (mehrere Männer heben eine Frau ^^)
Pyramide (5 Mädels auf zwei paar Schultern)

2. Cheer – ohne Musik mit lauten „Kampfschreien“
Motions (Tanzähnliche aber eher einzeln getrennte Stellungen)
Basket Tosses („Frauenwerfen“)
Stunts (Hebefiguren)

3. Musik Teil 2
Tanz
Basket Tosses
Pyramide

Um einen Eindruck zu kriegen hier mal das Video von den World Championships in Bremen, die gerade waren und bei dem auch 8 Leute aus dem A-Team mit dem Taiwanesischen Nationalteam angetreten sind.


Sie haben sich trotz einer anscheindend derben Verletzung eines Mitgliedes und der darauf folgenden Umstrukturierung des Programms wacker als drittbestes Team behaupten können. Japan – mit dem Coach meines Teams in Japan dabei – hat den ersten gemacht. Dafür haben die Taiwanesen aber im Groupstunt den ersten Platz gemacht.


Man muss hier aber noch anmerken, dass die Cheerleading Welt quasi zweigeteilt ist in das Lager des Verbandes, der zum American Football gehört und ein vollkommen unabhängigen Cheerleaderverband. So gibt es auch zwei World Championships und ich glaube die meisten amerikanischen Teams und damit auch die noch-Elite des Cheerleadings tritt auf der anderen an. Die Verbände vertragen sich glaube ich auch nichts ganz so gut und bekriegen sich ein wenig, aber das hier weiterzuführen ist ja nicht notwendig und ganz im Bilde bin ich auch nicht, also lasse ich das.

Bis zum nächsten Mal

Sonntag, 6. Dezember 2009

Besuch!

So jetzt melde ich mich auch mal wieder. Die Prüfungen sind vorbei und ich habe eine wichtige Lektion zum Thema Zeitmanagement gelernt. Denn zwei von den Prüfungen habe ich arg verhauen. Intermediate Accounting hat mich eiskalt erwischt obwohl ich nach dem ersten verhauenen Quizz enorm viel gelernt hab. Leider bringen wiederholen und verstehen nicht ganz so viel, wenn man dann die Kalkulationsschemen und Buchungssätze aufgrund von mangelnder Übung, die es hier in den Vorlesungen anders als bei uns gar nicht gibt, vergisst. Investments habe ich dann richtig gelernt mit rechnen und co. nur halt zu spät angefangen. Eingeschlafen im 5. von 7 Kapiteln und 10 Minuten nach Prüfungsbeginn aufgewacht. Alles bis zum 5. Kapitel hat mühelos geklappt aber danach ging gar nichts mehr. Ich werd mich da schon wieder rausboxen.

Ein guter Grund für meinen Zeitmangel war aber folgender: Cory war hier!!!!! Und es war so witzig. Cory hat bei dem Freund übernachtet, der mir auf der Party über den Weg gelaufen ist und der hatte glücklicherweise auch ein wenig mehr Zeit als ich. Wir haben aber trotzdem so einiges anstellen können.

So waren wir auf der berühmt berüchtigten Snake Alley, die wohl so wirklich jeder Tourist mal gesehen haben sollte und die hat ihren Namen deshalb, weil man da Schlange essen kann.
Selbst die meisten Taiwanesen haben das noch nicht gegessen, also denkt bitte nicht, dass sie hier alles Essen was kreucht und fleucht. Die Schlange gabs zusammen mit Schlangenblut, -penis, -galle und -gift und Zermahlenem Seepferdchen in Alkohol oder Honigwasser. Soll alles gesund sein oder auch als Aphrodisiakum dienen. Der Geschmack von Schlange an sich ist sehr verträglich, nur machen es die vielen kleinen Knochen sehr schwer das Zeug zu essen und Schlangenfilet gibts wohl leider nicht - da is ja nichts dran. Der Rest hat einfach nur nach Alkohol oder süß geschmeckt, sodass es nur Kopfsache war das Zeug runter zu kriegen. Mit gegenseitigem Mut machen und Ekel unterdrücken war das reine Erlebnisgastronomie.

Natürlich waren wir auch in Ximending unterwegs was quasi das Taiwanesische Shibuya darstellt und nach Essen und Purikura haben wir uns dann auch noch alle neue Augen gekauft... Da so ziemlich alle Asiaten kurzsichtig sind, tragen hier selbstverständlich viele Leute Kontaktlinsen und es tragen auch immer mehr Leute farbige Kontaktlinsen um sich ein wenig mehr von den anderen zu unterscheiden, sodass man des öfteren hier Leute mit auffallend blauen oder roten Augen sieht. Manchmal ein wenig zu verrückt, aber bei dezenter Farbe kann das sehr schmeichelnd sein. Ich hab mich also auch dazu entschlossen, dass mal zu probieren, sodass ich jetzt einen Monat lang meine blauen Augen mit einem schwarzen Rand betonen kann. Wir waren dann auch noch im Movie Theater, was aber entgegen meinen Erwartungen dann doch kein Kino war, sondern ein Etablissement in dem man sich ein Zimmer mieten und Filme auf Leinwand gucken kann. Meistens sind die Wohnzimmer oder so hier halt nicht groß genug um Videoabende zu veranstalten oder genug Privatsphäre zu haben.

Yi-Ming, der wie Cory ja auch, zu unserer eingeschworenen Truppe gehört, hat sich dann das Wochenende auch vom Süden des Landes nach Taipei begeben. Wir waren also noch zusammen feiern und nachdem Yi-Ming und Cheng-Han recht schnell gut dabei waren, war ich wieder überzeugt, dass Asiaten einfach nichts abkönnen. Am Tag danach musste seltsamerweise nur Cory sich auskurieren bevor es zum Karaoke ging, sodass ich mit den anderen beiden nach Bìtán gegangen sind.
Einer der berühmten Night-Sightseeing City Spots hier in Taiwan - unglaublich schön und imposant. Umrandet von zwei Straßen mit Essenständen, haben wir uns natürlich eingedeckt, sind am Fluss langgeschlendert und haben über Gott und die Welt erzählt. Dann wurde auch noch Musik gespielt die überall zu hören war und das ganze untermalt hat.

Danach dann halt noch zum 6 Stunden Karaoke und Seele aus dem Leib singen. Ich hab auch das erste mal ein chinesisches Lied zum besten gegeben, welches wir im Unterricht gehört haben. Danach gings dann auch noch weiter mit Bruder Jakob in Chinesisch, Französisch und Deutsch.

Am letzten Abend gings dann mal wieder zum Essen: Hot Pot All-you-can-eat für 2 Stunden mit HäägenDasz und Mövenpick Eis und und und... Eigentlich ein Wunder, dass ich hier nicht fett werde, bei solchen Massen, die ich hier auch noch um 1 Uhr Nacht verdrücke.
Den Tag danach ging dann leider auch schon Corys Flieger und wir werden uns wohl erst nächstes Jahr in Shanghai oder so wiedersehen...

Bye Bye

Sonntag, 15. November 2009

(Auf) Wiedersehen!

Oh man die Hälfte der Zeit ist schon rum, das rennt ja echt. In zwei Monaten heißt es schon wieder nach hause. Das sind grad mal ein paar Wochen. Aber naja daran sollte ich jetzt noch nicht denken, denn ich habe auch trotz der anstehenden Prüfungen und den paar schon geschriebenen und dem damit verbundenen Stress doch ein paar sehr schöne Tage hier. Und ganz so schlimm ist Deutschland ja auch nicht. Mir fallen auch ein paar Sachen ein auf die ich mich freue:
Ich mein ich habe ja hier viele liebenswerte Menschen um mich rum, Scooterfahren macht auch Spaß, kurze Naps sollen ja gesund sein und das essen, was man hier kaufen kann ist ja äußerst lecker, aber man freut sich halt schon auf Familie, Freunde, mein Motorrad, Straßen ohne Schlaglöcher, deutschen Schlafrhythmus und einen Supermarkt, in dem ich weiß was ich kaufen muss, um mal wieder mein italienisches Blut pulsieren zu lassen und selbst Lasagne zu machen ^^

In der letzten Zeit ist ganz schön viel los. Was zum großen Teil an den Midterms liegt. Irgendwie sind alle gestresst. Masako quält sich ab und schreibt ihre ersten Prüfungen in Chinesisch. Auch wenn sie Halbtaiwanesin ist, haben ihre Eltern ihr die Sprache leider nicht in die Wiege gelegt, sondern sich für einsprachig japanische Erziehung entschieden und es ist echt bemerkenswert wie sehr sie ackert. Ich hab mich heute mal für fünf Stunden in die Bibliothek gesetzt und Accounting gelernt und das hat mir schon gereicht, da möchte ich mir nicht vorstellen wie sie letzte Woche jeden Tag in derselbigen war und sich mit 2-3h Schlaf pro Nacht durch die Woche gequält hat. Naja ich werd die nächsten beiden Wochen aber auch des öfteren dahin, denn nachdem ich nach meinem am Mittwoch vollends vergeigten PreMidterm Quiz festgestellt habe, dass ich noch nichts kann und auch Investments mit einem Batzen von lustigen Kalkulationsschemen und Lernstoff aufwartet, habe ich eingesehen, dass das mit der vorherigen Taktik nichts wird. In Macroeconomics hat das noch geklappt: bis 6 Uhr morgens gelernt und dann ab zur Prüfung.

Sonst müssen wir auch noch einen Werbefilm für Taiwan drehen und beweisen, dass wir die Marketingtheorien anwenden können. Ist schon alles nicht ganz ohne, aber mit ein wenig geregeltem Lernen sollte das machbar sein auch ohne, dass ich jegliche freie Zeit in der Bibliothek bin so wie es die ganzen Taiwanesen hier zu tun scheinen. Hier in der Bibo gibt es nämlich so ein 24 Stunden Lernrraum mit mehr als 500 Plätzen der auch zu jeder Tag und Nach Zeit gut besucht ist. Man sieht dann auch immer Leute schlafen. Das haben die hier drin. Ich glaube sie schlafen am Stück eher weniger, aber dafür dann halt relativ häufig die kleinen Naps... in der 20 Minuten Pause, in der Bibliothek, in der Ubahn, einfach überall und es ist toleriert. Selbst mein Investmentlehrer meinte wenn wir müde sind, können wir mal eben nappen solange wir danach wieder bei der Sache sind. Das mag ja manchmal ganz hilfreich und erquickend sein, aber ich glaube auf Dauer ist am Stück schlafen doch gesünder.


Letze Woche haben wir Yukis Geburtstag gefeiert, Masako hat sich ganz viel Mühe gegeben und ein Herz gebastelt und von allen möglichen Leuten kleine Zettel eingesammelt mit Glückwünschen drauf und ich durfte unter ihren wachsamen Augen sogar ein paar Buchstaben ausschneiden, auch wenn nicht jeder gleich beim ersten Mal allen Gütekriterien entsprach. Natürlich haben wir auch wieder Kuchen besorgt, den es zu Mitternacht zusammen mit dem Herz und einem riesigen Menschenauflauf gab. Der Menschenauflauf ging dann am nächsten Tag mit 30 Mann und Pizza weiter. Danach noch geschrumpft weiter zu einer All-you-can drink bar und nachdem Yuki dann von irgendjemandem Bacardi151 ausgegeben bekommen hat und auch der Barkeeper sie auf den wohl gemeinsten Birthdayshot (brennende Mischung aus Vodka, Rum, ein wenig Kräuter und noch mal 151) eingeladen hat den es wohl gibt, ging dann auch gar nichts mehr... Also habe ich Yuki die Treppe runter, die Treppe rauf und letztendlich ins Taxi getragen. Sie immer wieder jammernd, dass sie ab morgen keine Freunde mehr hat... Was für ein Geburtstag! ^^

Ich habe mich die Woche nach Halloween auch noch mit meiner man könnte sagen Exfreundin getroffen (wir hatten sowas wie ne Kindergartenbeziehung von ein paar Wochen als ich das erste mal in Japan war) ich war hier auch letztes Jahr mit ihr einmal weg, aber irgendwas war diesmal anders sie hat sich ein wenig gemausert und ist nicht mehr so schüchtern wie früher hatte ich das Gefühl. So hat Kommunikation mit ihr dann auch mal Spaß gemacht und war nicht großartig anstrengend... ups

Cory die Kanadierin, die ich in Japan kennengelernt habe und auch letztes Jahr dort das letzte Mal gesehen habe, ist auch von Mittwoch an zwei Wochen in Taipei. Das wird der Hammer! Die Welt ist übrigens sowas von klein man sieht sogar Menschen wieder, die man noch nie gesehen hat. Cory hat nämlich noch einen anderen Freund hier, der gerade sein Austauschsemester an einer anderen Uni macht. Ich bin dann also letztens auf einer Party jemandem begegnet, der mich nach dem Vorstellen sofort gefragt hat, ob ich Cory kenne... sie hatte ihm wohl von mir erzählt! O_o*

Gestern war ich mit Cheng-Han, ein Freund von dem Freund von Cory ^^, auf einem der tollen Nightmarkets und hab zum ersten Mal den hier so berühmt berüchtigten/gefürchteten Chòudòufu gegessen. Das ist quasi stinkender Tofu, bei dem sich vielen anderen der Magen umdreht. Ich muss sagen es war nicht so wild, wie ich gedacht hatte. Ich würde es nicht als äußerst lecker bezeichnen, aber mal eins kann man das essen. Gabs übrigens zusammen mit Entenblut in Puddingform. Auch das Eis danach war eine witzige Kreation, eingepackt in sowas wie einen Wrap mit ein wenig gehobelter Erdnuss drauf und Kräutern, die man sonst hier zur Ente isst oder in der Suppe hat. ^^ Weiter gings zum Katzenhimmel mit dem Scooter. Das ist ein kleiner Ort auf einem Berg von dem aus man die beste Übersicht auf Taipei hat. Teehäuser, die solche Nachtszenerie wirtschaftlich nutzen gibt es hier auf den Bergen wie Sand am Meer - das gehört zur Kultur. Ohne es geplant zu haben, waren wir dann in genau dem gleichen Teehaus, in dem ich schon letztes Jahr die Aussicht genossen habe, nur diesmal Nachts. Taiwan ist so toll, auch wenn ich auf dem Scooter und bei den Straßenverhätnissen, den Serpentinen, dem rücksichtslosen Gegenverkehr und den mit Sicherheit nicht TÜV-gerechten Scooter ein wenig Angst um mein Leben hatte und froh war, also wir am Fuß angekommen sind.

So jetzt reicht es aber auch, ich habe so eben ein Viertel meiner letzten Seminararbeit geschrieben. Wenn das doch nur immer so leicht ginge! Ich hoffe, dass die Länge nicht allzu viele Menschen abgeschreckt hat und danke euch für das Interesse und die Ausdauer... Auf Wiedersehen! ^^

Seid gegrüßt
euer 岳虎

Montag, 2. November 2009

Monsterveilchen zu Halloween

Letztes Wochenende war hier der Taipei City Cup im Cheerleading und „Monster“ ist gegen die zahlreichen Highschool Teams hier ins Rennen gegangen. Eigentlich sollte man ja meinen, dass der ungeschlagene National Champion im Cheerleading gegen die ganzen Jungspunde leichtes Spiel hat, aber nichts da. Ähnlich wie in Japan hat hier Highschool Sport eine große Bedeutung und die Teams werden sehr gut gesponsort und haben gute Trainingsmöglichkeiten und so gut wie jeden Tag Training. Wenn man das mit Monster vergleicht, die sich ihre Sponsoren selbst suchen müssen und meist draußen trainieren, ist das schon mal ein Nachteil. Darüber hinaus sind meine Teammitglieder entweder Studenten oder schon im Berufsleben, sodass so regelmäßiges Training wie an den Highschools unmöglich ist. Das erklärt dann auch, dass es nicht so leicht war gegen die Jungspunde und warum Monster nur dritter Platz geworden ist.
Eines der Teams hatte auch einen Ami dabei und alle haben sonst wir rumgewundert. Meiner Meinung nach hat der Typ ein wenig zu viel Aufmerksamkeit bekommen. Nicht dass ich glaube er sei schlecht, aber sie haben ihn z.B. ganz am Anfang außerhalb der Formation stehen lassen, damit dann auch alle zugucken wie er seine Schraube zieht. Auch sonst während des Programms waren dann öfter solche Situationen. Für ihn war es glaube ich auch ein wenig viel, denn er hat einfach mal etliche Fehler reingebracht. Wenn ich im Dezember mitmache, möchte ich dann doch eher stinknormaler Teil der Performance sein. Ja richtig gelesen: Ich werde aller Wahrscheinlichkeit nach im Dezember bei den National Taiwanese Championships mit dabei sein. Letzte Woche beim Training wollte einer der Coaches mich sprechen, um zu fragen, ob ich mitmachen möchte. Ich muss in den nächsten zwei Wochen nur beweisen, dass ich dazu gehöre und dann kanns losgehen. Deshalb muss ich jetzt beim Training auch endlich richtig schuften. Hab mir dann auch gleich mal eine eingefangen. Kleiner Fehler meinerseits und schon hatte ich den Ellenbogen meines Flyers im Gesicht, sodass das jetzt von einem schönen kleinen Veilchen geziert ist.

Aber es war ja grade Halloween. Man hätte also meinen können es passe, tat es aber nicht wirklich zu meiner Verkleidung... Ich hatte so ein traditionell anmutendes irgendwas in rot. Nicht sonderlich einfallsreich, aber wen interessierts. Wollte es eigentlich Freitag und Samstag auf den Halloweenpartys anziehen, habe mich dann aber nach Freitag dagegen entschieden das nochmal zu tun und bin lieber mit meinem Roommate und seinem taiwanesichen Freund weggegangen. War wohl die bessere Entscheidung, auch wenn mein Roommate nach einem Tequilla im Club (vorher auch scho was getrunken) und der Aussage er würde kurz an die frische Luft gehen nicht mehr aufzufinden war. Das macht er wohl öfter meinte er im Nachhinein... ohne Bescheid zu sagen einfach gehen, wenn er zu viel getrunken hat. Hat was gutes, dann kann ihn keiner gegen seinen Willen davon überzeugen doch noch zu bleiben und weiterzutrinken. Wenn einem das aber das erste mal passiert sorgt man sich natürlich. Die andere Halloweenparty war anscheindend viel zu voll und Masako und Yuki sind z.B. gar nicht mehr reingekommen. Passend zu Halloween war hier am Samstag auch noch CSD, war aber nicht so wirklich spannend, was vielleicht auch daran lag, dass ich eigentlich nur noch das Ende gesehen hab. Aber naja für einen kurzen Eindruck von Asiens größter Pride hats gereicht.

Da ich das Wochenende eher unproduktiv war, muss ich mich jetzt ein wenig sputen und noch fleißig sein, denn am Mittwoch steht das erste Midterm in meinem Hassfach Macroeconomics an und zum Training will ich ja gleich auch noch. Wird schon irgendwie werden ^^

Hier noch ein paar Fotos:
Ala a.k.a. Flash
Roman a.k.a. The frosh with the shutter shadesMasako and Me a.k.a. Shanghai Noon?

Taiwanese guys a.k.a. Korean Wondergirls
Whoever a.k.a. Dragqueen

Dienstag, 27. Oktober 2009

Geburtstag in Taiwan

Mein Geburtstag fing wie angekündigt mit Macroeconomics an. Um 23 Uhr am Tag davor mit Winona aus meinem Kurs angefangen daran zu werkeln, haben wir nach einer Stunde erstmal ein Pause eingelegt. Grund war ein Anruf von Yuki mit der Frage wo ich denn sei und ich soll doch mal bitte rauskommen. Draußen warteten dann also Masako, Yuki, Pin-Zhi, Elaina, Chen Wei und Allen mit einem Kuchen auf mich, um mir alles Gute zu wünschen. Damit hatte ich erst im Laufe des nächsten Tages gerechnet – sehr schöne Überraschung. Draußen angefangen wurden wir dann gebeten reinzugehen weil wir zu laut waren. Da haben wir dann den Kuchen vertilgt und ein wenig gequatscht. Danach musste ich mich dann um halb 2 aber trotzdem noch an Macroeconomics machen und habe dann folglich nicht mehr allzuviel geschlafen.
Der Tag ging dann erstmal so vorüber wie jeder andere Mittwoch Vorlesung, Campuswechsel, Training.
Nach dem Training bin ich dann noch mit ein paar Leuten aus dem Team was essen gegangen. Da konnte man sich dann auch mal wieder mit vielen unterhalten, mit denen sowas im Training unter Umständen schwer fällt. Es wird langsam und sie sind ja auch alle am Austausch interessiert, ist halt nur machmal noch schwierig. Danach noch auf ins Babe18, um mich den anderen Leuten aus dem Dorm anzuschließen und ein wenig zu tanzen.

Am Sonntag ging mein Geburtstag dann weiter, eigentlich haben wir geplant in die Bergstadt Jiufen zu fahren, aber da das Wetter als ziemlich schlecht angekündigt war, (was letztendlich nicht wirklich stimmte) haben wir das gelassen. Die Alternative war aber ziemlich gut. Wie üblich sind wir zusammen essen gegangen. Wir waren in einem All-you-can-eat Restaurant und haben uns regelrecht totgefressen. Für gerade mal 7€ gab es wirklich alles was das Herz begehrt. Eine Hauptspeise, Salat, Obst, Pizza, Pasta, Schokofondue und Getränke, Eis, Kuchen und andere Desserts waren auch inclusive. Dann wurde ich auch noch reich beschenkt. Ich konnte es kaum glauben, als ich ein Handy in der Hand hielt mit der Aussage: „Wir haben zusammengelegt, damit du auch immer fleißig chinesische Nachrichten schreiben kannst.“ Hat mich echt umgehauen. Ich konnte zwar mein deutsches Handy hier benutzen, aber das zeigt ja weder Chinesisch an noch kann man das irgendwie eintippen.
Masako, mit der ich hier die meiste freie Zeit verbringe, hat mir eine Karte geschrieben und ein Freundschaftsband geknüpft, was ich ab jetzt am Fuß trage. Manch einer möge vielleicht sagen das sei kitschig, aber mit dem Hintergrund ist es etwas tolles worauf ich stolz bin. Pin-Zhi hat sich auch noch was einfallen lassen. Er hat meinen chinesischen Namen und einen dazu passenden Spruch zur Beschreibung meines Charakters durch einen Bekannten in Kalligraphie anfertigen lassen. Da es ziemlich zerbrechlich wirkt, muss ich das jetzt nur noch heil nach Hause bringen, um es dann Rahmen zu können. Ich habe wirklich nicht mit einer solchen Flut von Herzlichkeit zu meinem Geburtstag gerechnet, es war ein toller Geburtstag und ich bin allen so dankbar für die Mühe die sie sich gemacht haben und die tollen Geschenke.
Auch über die zahlreichen Glückwünsche und einzelnen Geburtstagssms aus Deutschland und sonstwo aus der Welt habe ich mich riesig gefreut und sage hiermit noch mal Danke an alle.

LG 岳虎

PS: Hier noch ein paar Fotos vom Fressmarathon :)




Montag, 19. Oktober 2009

300km/h durch Taiwan

Ich sitze grad im Zug von Kaohshiung nach Taipei - auf der einzigen Hochgeschwindigkeitsstrecke hier in Taiwan, die es auch erst seit 2 Jahren gibt. Nach dem Vorbild des japanischen Shinkansen sind sie wahrscheinlich genauso stolz auf das Ding wie die Japaner. Ist aber eigentlich nur sowas wie ein ICE, nur ein wenig steriler, dafür aber pünktlich und mit viel Beinfreiheit. Die Sitzreihen lassen sich, wenn ich das richtig beobachtet habe, auch komplett drehen, sodass die Gäste immer in Fahrtrichtung positioniert werden. Tische und ähnliche Angenehmlichkeiten gibt es aber nicht. Die Felder, Fischfarmen, Fabriken und hier und da auch mal ein Tempel oder ein kleines Mausoleum/großes Grab mittem im Feld ziehen viel zu schnell vorbei, als dass man irgendwas wirklich festhalten könnte. Also schreibe ich und versuche es so, denn letztendlich ist so ein Blog ja auch für meine Erinnerungen gedacht und ich - den fehlenden Kommentaren nach zu urteilen - wahrscheinlich einer meiner besten Leser :P

Ich war im ländlichen Taiwan und habe meinen kleinen Bruder Yiming über das Wochenende besucht. Für etwaige Fragen: Nein mein Vater war vor 19 Jahren nicht in Taiwan und hat ein uneheliches Kind gezeugt. Wir haben aber in Japan im gleichen Homestay gelebt und auch eine Weile das Zimmer geteilt, nachdem meine Gastmutter ihn aus den Fängen einer anderen gerettet hat. Also bin ich nach Pingdong, um mal zu sehen wie er sein Studentenleben verbringt.

Wir haben natürlich alle möglichen Spezialitäten der Region ausprobiert, waren mit seinen Freunden was trinken, haben uns Kaohshiung und den größten Nightmarket dort angeguckt und den Ausblick auf die Stadt bei Nacht genossen. Ein kleines privates Feuerwerk haben wir auch noch veranstaltet, da man sowas hier das ganze Jahr über kaufen kann und mit dem Scooter durfte ich auch noch fahren. Wurden dann natürlich auch prompt von der Polizei angehalten, aber nach dem Zeigen des deutschen Führerscheins und der Aussage, dass ich an der NTU studiere gabs auch keine Probleme. Sonst einfach nur viel relaxt und es uns gut gehen lassen.

War echt sehr schön YiMing nach mehr als einem Jahr wiederzusehen und das werden wir in den nächsten drei Monaten sicherlich auch nochmal wiederholen. Jetzt gehts aber erstmal wieder zurück zur Uni und auch wenn Kaohshiung fast interessanter wirkte als Taipei und auch das Leben in Pingdong mit seiner Gemütlichkeit sehr einladend wirkt, freue ich mich auf Taipei. Irgendwie hatte ich nämlich hier doch das Gefühl fremd zu sein. In Kaohshiung auf dem Nightmarket fast und heute bei dem kurzen Unibesuch definitiv der einzige Ausländer verrenkte sich irgendwie alles den Hals. Zusätzlich sind vor Allem die Mädchen einfach nur zu schüchtern auch nur irgendwie mit einem zu sprechen. Auch die Freunde von YiMing haben einen riesen Aufwand betrieben um mir den Aufenthalt schön zu machen. Das bestätigt zwar auch, dass die meisten Taiwanesen verdammt gastfreundlich sind, aber irgendwann fühlt es sich dann doch komisch an, wenn man andauernd eingeladen wird usw. - man ist halt nur Gast. Außerdem macht es der Misch aus Chinesisch und Taiwanesisch noch deutlich schwerer mit dem eh schon wenigen Vokabular etwas zu verstehen. Aber es war wie gesagt trotzdem großartig und wird wiederholt. Ich muss mir halt nur überlegen, was ich beim nächsten Mal aus Taipei als Geschenk mitbringe, um das alles ein wenig auszugleichen.

Gleich gehts noch zum Training, am Dienstag steht die erste kleine Prüfung in Chinesisch an und bis Mittwoch muss ich auch noch ein wenig GDP, GNP und Arbeitlosenquote für Taiwan berechnen und die Entwicklung graphisch darstellen und mein Mittwoch wird auch sonst trotz Geburtstag wieder voll gepackt und die Party auf das Wochenende verschoben. Ein Geschenk weiß ich übrigens schon... Ich krieg nen Taifun! Es steht schon wieder einer Richtung Phillipinen/Taiwan auf dem Plan und auch wenn er nicht direkt kommt, heißt es doch wieder Regen jetzt da die Wolken grad erst wieder aufgebrochen sind. Was will man machen, die Saison ist ja auch schon vorbei... Räusper

Dienstag, 6. Oktober 2009

Blut im Oktagon





Nein ich bin nicht zum Proleten mutiert und mein moralisches Verständnis wird mich auch in Zukunft davon abhalten zu applaudieren, wenn Berliner Kleinkriminelle meinen sich gegenseitig auf die Fresse hauen zu müssen. Wenn sich aber professionelle Kämpfer in einen Käfig einsperren lassen um zu vergleichen welche Kampfsportart eigentlich die effektivere ist, darf man doch wohl in Jubelschreie ausbrechen oder nicht?
Ich und die zahlreichen anderen Besucher der zweiten Luxy (eigentlich ein Nachtclub) Multiple Martial Arts Night beantworten die Frage auf jeden Fall mit „Ja“. Es war sehr interessant mitanzusehen und ich hoffe sie machen das bis Januar auch nochmal, dann bin ich wieder dabei.

Insgesamt waren es 8 Kämpfe, mit Kämpfern aus 8 verschiedenen Ländern. Die meisten aus Taiwan versteht sich. Manche von den Kämpfen hatten nach einiger Zeit schon fast einen witzigen Anblick. Wenn die Kämpfer sich nämlich stundenlang im Boden“kampf“, der in diesem Sport erlaubt ist, um die Wette würgen, haben danach beide meist kaum noch wirklich Kraft irgendwen zu schlagen. Bei manch anderen gings aber doch recht ordentlich zu Sache. Dem Japaner haben die „Ganbare!“ und „Ike!“ Anfeuerungsrufe unsererseits anscheinend nur wenig gebracht und nach der Show bluteten seine Verletzungen immer noch wie frisch, aber naja der war halt einfach mal nicht im Stande gegen das schwarze „Beast“ zu kämpfen, da kann man nichts machen.
Wie der Namensbestandteil Multiple erahnen lässt, ist hier grundsätzliche eigentlich alles erlaubt bis auf ein paar Tabus wie Augen und Genitalien. Die vertretenen Kampfsportarten reichten von Kickboxen, Wrestling, Judo, (Brazilian)JiuJitsu bis zu Muay Thai.

Sonst muss man noch das Whiskey Girl erwähnen, dass wir ab einem gewissen Zeitpunkt schamlos ausgenutzt haben und uns auch noch nach dem Kampf im NY Bagels lauthals zur Stelle gewünscht haben^^. Da sind nämlich zwei Mädels mit nem Tablett voller Whiskeyshots rumgelaufen und haben das andauernd verteilt. Das passt dann auch zu der Aussage aus International Marketing, dass Taiwan den größten Whiskeymarkt der Welt darstellt. Erklärt dann auch weiterhin die immense Auswahl an Whiskey im Carrefour letztens. In den Kampfpausen gabs dann auch noch den ein oder anderen Auftritt von leicht bekleideten Mädels (deren Fotos leider aufgrund des Lichts nichts geworden sind - sorry) Trommlern und Akrobatik.


Auch wenn die Kamera meines Handys vor Allem für Videos im Dunkeln nicht so geeignet ist gibts diesmal bewegte Bilder vom Main Event des Abends Frankreich vs. Russland in der Hoffnung damit die Stimmung vor Ort ein wenig besser beschreiben zu können. Der Franzose links hat ohne Abstriche verdient gewonnen und der Russe sah danach aus als würde er die Glocken in Paris leuten...

Ich betone nochmal: Das ist kein Aufruf zu Schlägereien in der Realität. Don’t try this at home little wannabe bad boys! :)



Samstag, 3. Oktober 2009

Gleichgewichtsstörungen

Kurz nach Fertigstellen meines Posts eben, habe ich doch an der Beschreibung meines körperlichen Wohlbefindens gezweifelt. Es fühlte sich auf einmal an als ob mein Gleichgewichtssinn massiv beeinträchtigt wäre. Aber Fehlanzeige: der funktioniert tadellos, das Gebäude hat halt nur geschwankt. Irgendjemand meinte in Taiwan sind Erdbeben gar nicht so oft wie in Japan, wo ich sie ja schon des öfteren erfahren durfte. Aber die Erde bebt hier auch andauernd. Und die Ausläufer des Bebens an der Ostküste mit einer Stärke von 6,3 war und im Gegenteil zu den "normalen" regionalen Erdbeben in ganz Taiwan noch gut spürbar. Ich war zu einem solchen Zeitpunkt noch nie im 14. Stock eines schwankenden Gebäudes... nicht unbedingt ein schönes Gefühl. Ich höre aber keine Schreie, Alarmanlagen und in meinen Wänden sind auch keinerlei Risse zu verzeichnen. Ich glaube einfach mal, dass die Leute hier nach jahrelanger Erfahrung mit solchen Sachen wissen wie man Häuser erdbebensicher baut und gehe jetzt schlafen.

...

Bis heute (04.10.) 16 Uhr hat die Erde an so ziemlich der gleichen Stellen noch mehr als 10 mal gebebt. Das war dann hier zwar nicht mehr zu spüren, mit Stärken von um die 4 gab das aber bestimmt ne schlaflose Nacht direkt vor Ort. Das was hier zu spüren war war nämlich grad mal ein wenig über Stärke 2. Es gibt aber keine Opfer und größere Schäden, also alles in Ordnung.

Mond-Barbecue und deutsche Monster

Dieses Wochenende wird der Mittherbst gefeiert, ich würde es mit dem deutschen Erntedankfest oder so vergleichen. Früher wurden traditionelle Speisen beim gemeinsamen Beisammensein gegessen. Manche dieser Traditionen sind auch bis heute beibehalten, so werden um diese Zeit Mondkuchen gegessen, die meist (wie es Sinn macht) rund und oftmals auch aufwendig verziert sind. Mir wurde gesagt, dass seit einem ungefähren Jahrzehnt der Mittherbst aber meist anders gefeiert wird. Man sieht eigentlich an allen halbwegs ruhigen Orten kleinere und größere Gruppen, die sich um Einweggrills versammeln und so zusammen bei Barbecue Mittherbst feiern und den Mond bestaunen. So tat es dann auch mein Cheerleading Team. Wir sind am nachmittag in den Carrefour (bzw. 家樂福 (jiā lè fú) – "fröhliches Familienglück") und haben dort alles was man so zum Grillen für 45 Leute braucht gekauft. Auf dem Einkaufsplan standen neben Grillfleisch Muscheln, Pilze, Fishcake Tempura und Schweineblutkuchen, um mal wörtlich zu übersetzen. Schweineblutkuchen ist quasi die Taiwanesische Variante von Blutwurst, nur auf Reisbasis. Im Carrefour ist mir auch noch was sehr witziges und hier wohl alltägliches aufgefallen. Auf einmal ging an einer der vielen Theken Geschreie los.Mit Mikrofon und den erforderlichen Rabattaufklebern auf den Armen bewaffnet, machte sich ein Trupp von 4 Leuten auf ins Gefecht, die bis dahin kaum interessierten aber dann zuströmenden Massen an Kundschaft zu bewältigen. Das Foto ist leider erst zum Ende geschossen, aber es war ein wirklicher Ansturm aus dem Nichts. Ob das auch in Europa funktionieren würde? Ich weiß es nicht. Ich werd wohl mal versuchen müssen eine Diskussionsrunde im International Marketing Kurs einzuleiten.

Nach dem Einkaufsmarathon noch schnell in das Restaurant der Eltern eines Teammitgliedes und die letzten Vorbereitungen getroffen und dann auf zum verlassenen Basketballplatz unter irgendeiner Brücke. Beim Grillen konnte ich leider nicht das in Essen perfektionierte Grillanzünden mit Kamintechnik (aus Nicos schlauem Buch für richtige Männer:D) demonstrieren, wohl aber wie man Kronkorken von einer Bierflasche mit einer zweiten Bierflasche entfernt. Da haben alle nicht schlecht geguckt als ich das im Carrefour zuvor erstandene deutsche Schwarzbier (Erdinger Dunkel – was anderes gabs nicht) auf diese Weise verteilt hab. Aber auch andere deutsche Sachen gabs an dem Abend – Im Hintergrund lief dann nämlich auch mal irgendwann Evacuate the dancefloor von Escada. Gut darauf bin ich jetzt nicht unbedingt stolz, aber es geht ja noch weiter. Ich stand da und unterhielt mich mit Candice bis meine Ohren irgendwas seltsames wahrnahmen: Ich gehe näher an die Boxen und es ist deutsche Rapmusik, die ich nicht kenne, aber mein Bruder vielleicht. Nach Nachfrage kam raus, dass einer im Team bei Youtube quer nach Liedern mit dem Teamnamen im Titel gesucht hat und auf einen solchen von einem Berliner Rapper gestoßen ist. Verdutzt davon vor den Boxen stehend endete das Lied und das nächste sollte dann auch eins sein, dass ich kannte: Monsterparty von den Ärzten. Ich wiederhole mich zwar, aber: Sachen gibts!Auch wenn die Kommunikation natürlich noch nicht mit allen reibungslos klappt, hat es einen Riesenspaß gemacht und war eine gute Gelegenheit für den Einstand^^

Heute habe ich mich zum Mittag mit meinem Volunteer Pin-Zhi getroffen und danach haben wir uns geschlagene 3,5h in die Lobby des Wohnheims gesetzt und parallel Deutsch und Chinesisch gelernt. Das wollen wir jetzt jede Woche mindestens einmal regelmäßig am Freitag machen und es ist glaube ich sehr effektiv. Durch das Beibringen und gleichzeitige Übersetzen der einfachsten Satzstrukturen, prägen sich diese nämlich sehr gut ein... jaja hat doch schon Seneca gesagt „Docendo discimus“ :-P

Ich habe auch noch überlegt ob ich nicht mit bereits erwähnter Candice clubben gehe, aber meine Verfassung ist grad irgendwie nicht ganz so gut. Halsschmerzen, laufende Nase und ein wenig allgemeines Unwohlsein. Ich hab mich bestimmt im internationalen Umfeld des Dorms mit der gehypten Schweinegrippe infiziert, die anscheinend nicht mal halb so gefährlich ist wie sonstige Grippewellen... aber manche Musiker schaffen es ja auch ohne großes Talent ins Fernsehen. Egal was es ist, es ist nicht weiter schlimm und wird auch schon besser. Ich bleibe trotzdem lieber anständig zuhause und betreibe ausnahmsweise mal keinen Raubbau an meinem Körper.

Sonst spricht man hier auf des öfteren über die beiden Taifune Parma und Melor, die relativ nah an Taiwan sind. Zumindest einer von beiden sollte eigentlich Anfang nächster Woche Landfall in Taiwan machen. Mittlerweile ist auch das schon wieder fraglich, sodass man viele verschiedene Aussagen findet. Einer kommt, beide kommen, keiner kommt, ein dritter zwischen den beiden kommt, sie vereinen sich und einer kommt. Egal was für Nachrichten ihr nächste Woche vielleicht über diese Wind- und Regenmassen hört. Hier in Taipei wird es mir gut gehen, das Gebäude steht auf festem Grund, ist nicht aus Pappe und Hügel aus Ausgangspunkt für Schlammlawinen sind viel zu weit entfernt.

Jetzt habe ich auch schon wieder genug geschrieben. Morgen heißt es kurz mal gucken was an den Gerüchten über asiatische Tischtennismeister so dran ist, Mittag essen mit Yuki und Masako und Multiple Martial Arts Fighting Night im Luxy. Das wird hoffentlich einen neuen Eintrag wert.

Bis dann und 晚安 (wǎn ān)

岳虎

Sonntag, 27. September 2009

Museum statt Party?

So nun es ist schon wieder Montag und die vierte Woche bricht an. Ich habe gerade mein Accounting Assignment über Annuitätsrechnung schön sauber und ausdruckbereit in den PC getippt. Das mag sich vielleicht schwierig anhören, aber die ordentliche Darstellung und das Einpflegen von Formeln in Word waren schon der schwierigste und zeitaufwendigste Teil daran. Naja aber für 5 Extrapunkte im Midterm, macht man sowas natürlich.

Am Wochenende waren wir auf einem durch die Uni organisierten Kurztrip zum National Palace Museum. Das größte Museum für Chinesische Kunstgeschichte oder wie auch immer man die Ansammlung von Vasen, Jadeschnitzereien, goldenen Statuen und Büchern kategorisieren mag. Ich habe dann doch wieder gemerkt wie spannend ich doch Museen finde... gähn. Der Palast an sich und der Garten drum herum waren aber sehr schön anzusehen. Ich hätte mir ein Buch mitnehmen und einfach da bleiben sollen.
Ich bin in den drei Wochen hier - man soll es nicht glauben - nur einmal richtig ausgegangen. Letzten Mittwoch hab ich mich endlich mal mit Adam aus meinem Accountingkurs aufgemacht ins Spark. Der Club ist direkt unter dem Taipei 101 und macht echt was her. Die Beleuchtung war einfach der Hammer schlechthin. Sie verlangen aber für die Getränke auch ganz schöne Preise. Nach den zwei Freigetränken, die im Eintritt von 12€ mit drin sind, kostet ein Tequilla nämlich locker mal 5€. Also kompletter Widerspruch zu dem sonst so günstigen Taiwan. Es soll aber auch schon
einer der teursten Clubs hier sein in dem sich auch mal irgendwelche russischen Models und hiesige Popstars tummeln. Von der Warte aus würde man in solchen Clubs in Deutschland wahrscheinlich ein wenig mehr bezahlen ^^

Sonst halt in der letzten Woche Training. Drei Stunden pro Trainingseinheit sind schon ziemlich anstrengend, wenn man dann auch noch diesem Wetter hier ausgesetzt ist, aber es macht einfach nur Spaß. Am Freitag haben wir in einem Bahnhof trainiert... dort war viel Platz und die Lichtverhältnisse sehr gut, also wozu ne Halle :) Es ist dann immer wieder witzig mitanzusehen, wie die Leute stehenbleiben und einfach nur ein paar Minuten gucken, was wir denn da machen oder teilweise auch applaudieren. Die Tanzgruppen sieht man ja wie gesagt überall und auch in diesem Bahnhof, aber Cheerleading ist da eher ne Rarität. Nächsten Freitag steht das Teambarbecue an und ich bin ja mal gespannt wie oft ich die 40 Leute nach ihren Namen fragen muss, eh das drin ist. Tim, einer der Verantwortlichen mit widerum leicht zu merkendem englischen Namen meinte zu mir, dass ich ja wenn alles passt auch bei den National Taiwan Championships im Dezember mitmachen könnte. Das wäre der Wahnsinn und ich muss mich folglich ins Zeug legen!! Davor fliegen sie übrigens im November nach Bremen, um an den Weltmeisterschaften teilzunehmen.... Sachen gibts!

Dienstag, 22. September 2009

Fahhräder, Uni, Essen, Sport

Der Alltag scheint so langsam zu beginnen. Die Vorlesungen sind alle fest, Bücher sind alle gekauft, Fahrrad ist am Start, Cheerleading Team gefunden... so kann ich hier auch noch die nächsten 17 Wochen leben. Eigentlich würde ich glaube ich gerne länger bleiben, aber das geht wohl nicht. An solchen Stellen wünscht man sich dann doch Otto Normalstudent zu sein, aber andererseits wäre dann die Finanzierung eines solchen Auslandssemesters auch eher fraglich. Hat alles so seine Vor- und Nachteile.

Man darf sich mein Leben jetzt also so vorstellen:

Ich fahre entspannt mit meinem schönen neuen silberfarbigen Fahrrad mit schlechter Verarbeitung (aber was will man für 40€ auch groß erwarten) über den vor Allem morgens sehr dichtbefahrenen und unfallgefährdeten Campus. Die Sonne knallt mir in voller Härte ins Gesicht und lässt mich von Tag zu Tag brauner werden. Wenn ich nicht gerade Vorlesung habe und Zeit ist, gehe ich dann meistens in unser Schwimmbad, um da meinen obligatorischen 1km oder mehr zu schwimmen und mich davor zu schützen total hässliche Ärmelbräune zu kriegen ^^

Man trifft sich zum Mittag oder zum Abendessen mit Freunden und probiert immer wieder neue Restaurants aus, die einen mit noch günstigeren Speisen locken. Gerade heute wieder 1,50€ für ne riesen Portion plus Suppen, Getränke und Dessert so viel man will!. Ich hatte ehrlich gesagt Angst ob ich mit dem Essen hier klarkomme, weil ich es vom letzten Jahr nicht ganz so gut in Erinnerung hatte. Es ist aber einfach nur lecker! Außerdem macht es mit Sicherheit nicht so dick wie das Essen in den USA... :P

Abends heißt es dann unter der Woche, wie schon im letzten Post angekündigt, Training oder Chinesisch. Gestern war ich das erste Mal beim Team und durfte mich gleich ein wenig ausprobieren. Hat alles ziemlich gut geklappt und es wird mir auf jeden Fall sowohl sportlich als auch sprachlich was bringen. Wir trainieren draußen auf hartem Beton und unter schlechter Beleuchtung an der Chiang-Kai-Shek Memorial Hall. Ich kann mir kein deutsches Team vorstellen, dass sein regelmäßiges Training draußen absolviert. Mein japanisches Team hat das letztes Jahr aber auch ohne Bedenken gemacht. Glücklicherweise gehen sie aber auch manchmal zum Turnen in die Halle, sodass ich dann auch mal zum Tumblen komme und vielleicht auch mal wieder meine Schraube angehen kann.
Ganz witzig ist, dass sich um diese Memorial Hall und den Platz an den beleuchteten Stellen viele Gruppen zusammenfinden, die zum größten Teil irgendwas mit Tanz machen, sodass man da rum geht und so einiges interessantes sehen kann. Schon letztes Jahr wurde mir gesagt, dass sich solche Tanzgruppen hier in Taiwan großer Beliebtheit erfreuen und ich glaube, da ist echt was dran. Auch das HipHop Tryout heute war von geschätzen 300 Mann besucht und es soll der beliebteste Club der NTU sein. Es war auch ganz lustig, aber ich werde wohl nicht dazu kommen es weiterhin auszuprobieren, da ab nächste Woche abends dann noch Chinesisch ansteht. Naja regelmäßiges Schwimmen und 3-4 mal die Woche Cheerleading sind wohl auch genug.

Morgen ist der anstrengenste Tag der Woche und es ist schon relativ spät. Ich werde noch ein wenig in meine neuen Bücher gucken und mich vorbereiten - also die morgigen Themen kurz überfliegen – und dann schlafen gehen.

晚安, Gute Nacht, Goodnight, Buenas noches, Buona notte, Bonne nuit, お休み oder wie auch immer das grad bei euch heißen mag :)

Euer 曹岳虎

Samstag, 19. September 2009

Noch mehr Seminarbeiten?!

Nachdem ich die letzte Woche keine Zeit hatte irgendwas zu schreiben, was nicht Seminararbeit heißt, ist diese jetzt fertig und ich kann mich wieder in aller Ruhe meinem Blog widmen...

Die erste Woche Vorlesungen hat begonnen und mein Stundenplan steht:
Die Woche beginnt am Dienstag (!!!!) mit dem Graduate Kurs International Marketing. Das wird wohl der aufwendigste und schwierigste Kurs. Unter anderem müssen wir eine Art Oscar Verleihung für internationale Werbung in der Gruppe halten und dazu eine ca. 25 Seiten lange Arbeit einreichen. Aber der Prof machte einen sehr guten Eindruck mit seinem akzentfreien Englisch und mit seiner Art schafft er es vielleicht sogar mich für Marketing zu begeistern.
Ich hab erst überlegt auch noch den Graduate Kurs Financial Management zu nehmen, der wartete aber gleich mit drei ca. 20 seitigen Seminararbeiten und Präsentationen auf sich. Auch wenn die Thematik sehr interessant ist, lasse ich das lieber. Zumal wir das im 5. Semester in Mannheim ja auch noch haben.
Weiter gehts mit dem vollgestopften Mittwoch... erst drei Stunden Intermediate Accounting, dann drei Stunden Macroeconomics und danach noch mal 2 Stunden Rezitation von Intermediate Accounting mit einer Reihe von Übungsaufgaben und Anwesenheitspflicht. Accounting geht glaube ich auch ganz gut und die Professorin ist auch recht sympathisch. Vielleicht kann ich obendrein noch ein wenig Chinesisch mitkriegen, da sie die schweren Sachen auch noch mal für die Taiwanesen erklärt. Ich bin übrigens der einzige Ausländer in dem Kurs. Zwischen Accounting muss ich dann also auch noch mit dem Shuttle Bus von einem Campus zum andern, um mir die durchaus langweilige Makroökonomievorlesung anzuhören. Ich hoffe der Prof. kommt ein wenig zu potte und macht es interessanter, da ich sonst echt von Zeit zu Zeit einschlafen werde.
Zu guter letzt ist dann am Freitag noch Investments dran. Dieser Kurs erlaubt mir Financial Management nicht zu nehmen... puh. Und hier warten auch keine Seminararbeiten oder Präsentationen auf mich. Nur zuhören, zwei Prüfungen schreiben und das wars.

Obendrein gibts dann noch 6 Stunden Chinesisch die Woche und das hoffentlich am Dienstag und Donnerstag abend, weil ich dann ohne Bedenken auch Montag, Mittwoch und Freitag abend zum Training der „Monster“ gehen und meiner Leidenschaft fröhnen kann ^^
Damit ist meine Woche dann auch relativ voll und der mehr oder weniger Alltag kann beginnen.


Die Woche haben wir Allen’s Geburtstag in einem recht berühmten Restaurant für Xiǎolóngbāo gefeiert und sind danach auch noch zum Karaoke gegangen.
Der Abend war echt schön und ich glaube auch Allen hat sich über seinen 20. In Taiwan gefreut.




Heute sind wir nachmittags noch nach Danshui im Norden Taipeis. Das ist ein ehemaliges Fischerdorf bei dem es natürlich auch wieder sowas wie einen Nightmarket gab. Und alles drehte sich wieder ums Essen ^^

Ich muss hier aber nochmal herkommen um auch wirklich mal den alten Teil zu sehen. Heute bin ich aber schon früher nach Hause, um noch ein wenig Chinesisch zu lernen, da morgen der Placement Test ansteht und ich nicht in die absolute Beginner Klasse eingestuft werden will. In den letzten Tagen hat mein Chinesisch wieder ein paar Sprünge gemacht und es macht alles ein wenig mehr Sinn.

Das mit dem Sprachenwirrwarr und dem Lernen führt übrigens zu allerhand interessanten Situationen: Wir saßen in einer Bank und haben auf Allen gewartet und mein Volunteer Pin-Zhi bricht in Gelächter aus weil im auffällt, was für ein komisches Bild es doch ist, wenn ein Deutscher und eine Japanerin sich Englisch und Chinesisch auf Japanisch in Taiwan beibringen... Außerdem wurde ich heute im Zug von einer älteren Dame gefragt, ob ich Japaner wäre... ;-)

Naja ich mach mich jetzt mal ans Buch.


現在我需要學中文!
xiàn zài wǒ xū yào xué zhōng wén!

Montag, 14. September 2009

Studenten und Alkohol


Nach einer relativ kurzen Nacht in der ich u.A. auf dem Motorroller durch Taipei gefahren wurde, ging es gestern auf die Club Fair. Die Club Fair findet am Anfang eines jeden Semesters statt und hier stellen sich die ganzen Vereine der Schule vor. Der riesige Royal Palm Boulevard war folglich mit Zelten bestückt, welches die jeweiligen Clubs als Basis nahmen, um um die Neuzugänge zu buhlen. Basis bekommt hier bei den Waffenfanatikern, die in Armeeausrüstung mit Plastikwaffen den Boulevard auf- und abliefen, gleich noch eine viel treffendere Bedeutung. Sonst erfreuen sich natürlich die Sportclubs großer Beliebtheit und von Bogenschießen über Fußball bis zu Kampfsport und Tanz ist so ziemlich alles vorhanden. Sonst gibts aber auch noch allerhand kurioses, so dass man sich ganz schnell zwischen PETA-Aktivisten, Sterneguckern, Gay und Lesbian Studies und auch Cocktailmixern wiederfindet. Bei rund 170 Zelten gibt es wohl nichts was es nicht gibt. Als Ausländer mit kaum Chinesischkenntnissen wird man glücklicherweise nicht ganz so oft angesprochen. Alle anderen laufen früher oder später mit einem Batzen an Werbezetteln und anderen Informationsblättern durch die Gegend.Leider hat das Wetter nicht ganz mitgespielt, sodass das weiterkommen auf der ohnehin schon vollen Straße durch die unzähligen Regenschirme erschwert wurde. Eingeschrieben habe ich mich für keinen Klub, da ich gerade ein Cheerleading Team hier in Taipei kontaktiert habe und auf deren Antwort warte. Ich werde aber zum Tryout für HipHop gehen.



Danach gings auch gleich weiter zum Volleyballhalbfinale Japan vs. USA bei den Deaflympics - der Olympischen Spiele für Taube. Passenderweise war ich da mit Yuki und Masako - nein sie sind nicht taub :-P
Die Japanfangemeinde in der Halle war definitiv die größere und natürlich hat Japan auch ohne Abstriche gewonnen. Die Volleyballspiele wurden im auch wieder riesigen Sport Center der NTU ausgetragen, das auch gleich noch eins von zwei hauseigenen Schwimmbädern beherbergt. Nach Fahrradkauf mit Masako haben wir zwei das dann auch gleich noch ausprobiert und da ich jetzt 20mal im Monat für gerade mal 3€ schwimmen gehen darf, werde ich da sicherlich auch öfter hingehen ^^

Abends sind wir wieder essen gegangen und ich fand mich auch hier zwischen lauter Asiaten wieder. Diesmal war aber ein großer Teil auch aus Japan, sodass es mit der Kommunikation nicht ganz so schwierig war.

Heute hatte ich noch ein freien Tag und werde nachher auch wieder Abendessen gehen ( ich werde meine Küche nicht einmal benutzen :-D). Morgen gehts dann auch schon in die ersten Vorlesungen. International Marketing und Financial Management stehen auf dem Plan. Bin ja mal gespannt wie das wird...