你好我的朋友們!

Durch meine Kommilitonen inspiriert gebe ich nun mein eigentliches Vorhaben mein Tagebuch oder wie auch immer man das nennen will bei Studi zu schreiben auf. In so einem Blog kann man ja auch viel kreativer sein und viel mehr aussagekräftige Fotos hochladen...

Man könnte es natürlich auch als Ideendiebstahl bezeichnen, aber ich sehe das einfach pragmatisch, da ich so alle, die es interessiert einfacher informieren kann als über den umständlichen Weg einer Studigruppe...

So ein Blog ist andererseits auch wieder ein gewisses Statussymbol, was die Verwendung widerum fragwürdig werden lässt....

Aber genug von Sinn und Unsinn so eines Blogs und hoffentlich viel Spaß beim Lesen desselbigen °.°


Sonntag, 27. September 2009

Museum statt Party?

So nun es ist schon wieder Montag und die vierte Woche bricht an. Ich habe gerade mein Accounting Assignment über Annuitätsrechnung schön sauber und ausdruckbereit in den PC getippt. Das mag sich vielleicht schwierig anhören, aber die ordentliche Darstellung und das Einpflegen von Formeln in Word waren schon der schwierigste und zeitaufwendigste Teil daran. Naja aber für 5 Extrapunkte im Midterm, macht man sowas natürlich.

Am Wochenende waren wir auf einem durch die Uni organisierten Kurztrip zum National Palace Museum. Das größte Museum für Chinesische Kunstgeschichte oder wie auch immer man die Ansammlung von Vasen, Jadeschnitzereien, goldenen Statuen und Büchern kategorisieren mag. Ich habe dann doch wieder gemerkt wie spannend ich doch Museen finde... gähn. Der Palast an sich und der Garten drum herum waren aber sehr schön anzusehen. Ich hätte mir ein Buch mitnehmen und einfach da bleiben sollen.
Ich bin in den drei Wochen hier - man soll es nicht glauben - nur einmal richtig ausgegangen. Letzten Mittwoch hab ich mich endlich mal mit Adam aus meinem Accountingkurs aufgemacht ins Spark. Der Club ist direkt unter dem Taipei 101 und macht echt was her. Die Beleuchtung war einfach der Hammer schlechthin. Sie verlangen aber für die Getränke auch ganz schöne Preise. Nach den zwei Freigetränken, die im Eintritt von 12€ mit drin sind, kostet ein Tequilla nämlich locker mal 5€. Also kompletter Widerspruch zu dem sonst so günstigen Taiwan. Es soll aber auch schon
einer der teursten Clubs hier sein in dem sich auch mal irgendwelche russischen Models und hiesige Popstars tummeln. Von der Warte aus würde man in solchen Clubs in Deutschland wahrscheinlich ein wenig mehr bezahlen ^^

Sonst halt in der letzten Woche Training. Drei Stunden pro Trainingseinheit sind schon ziemlich anstrengend, wenn man dann auch noch diesem Wetter hier ausgesetzt ist, aber es macht einfach nur Spaß. Am Freitag haben wir in einem Bahnhof trainiert... dort war viel Platz und die Lichtverhältnisse sehr gut, also wozu ne Halle :) Es ist dann immer wieder witzig mitanzusehen, wie die Leute stehenbleiben und einfach nur ein paar Minuten gucken, was wir denn da machen oder teilweise auch applaudieren. Die Tanzgruppen sieht man ja wie gesagt überall und auch in diesem Bahnhof, aber Cheerleading ist da eher ne Rarität. Nächsten Freitag steht das Teambarbecue an und ich bin ja mal gespannt wie oft ich die 40 Leute nach ihren Namen fragen muss, eh das drin ist. Tim, einer der Verantwortlichen mit widerum leicht zu merkendem englischen Namen meinte zu mir, dass ich ja wenn alles passt auch bei den National Taiwan Championships im Dezember mitmachen könnte. Das wäre der Wahnsinn und ich muss mich folglich ins Zeug legen!! Davor fliegen sie übrigens im November nach Bremen, um an den Weltmeisterschaften teilzunehmen.... Sachen gibts!

Dienstag, 22. September 2009

Fahhräder, Uni, Essen, Sport

Der Alltag scheint so langsam zu beginnen. Die Vorlesungen sind alle fest, Bücher sind alle gekauft, Fahrrad ist am Start, Cheerleading Team gefunden... so kann ich hier auch noch die nächsten 17 Wochen leben. Eigentlich würde ich glaube ich gerne länger bleiben, aber das geht wohl nicht. An solchen Stellen wünscht man sich dann doch Otto Normalstudent zu sein, aber andererseits wäre dann die Finanzierung eines solchen Auslandssemesters auch eher fraglich. Hat alles so seine Vor- und Nachteile.

Man darf sich mein Leben jetzt also so vorstellen:

Ich fahre entspannt mit meinem schönen neuen silberfarbigen Fahrrad mit schlechter Verarbeitung (aber was will man für 40€ auch groß erwarten) über den vor Allem morgens sehr dichtbefahrenen und unfallgefährdeten Campus. Die Sonne knallt mir in voller Härte ins Gesicht und lässt mich von Tag zu Tag brauner werden. Wenn ich nicht gerade Vorlesung habe und Zeit ist, gehe ich dann meistens in unser Schwimmbad, um da meinen obligatorischen 1km oder mehr zu schwimmen und mich davor zu schützen total hässliche Ärmelbräune zu kriegen ^^

Man trifft sich zum Mittag oder zum Abendessen mit Freunden und probiert immer wieder neue Restaurants aus, die einen mit noch günstigeren Speisen locken. Gerade heute wieder 1,50€ für ne riesen Portion plus Suppen, Getränke und Dessert so viel man will!. Ich hatte ehrlich gesagt Angst ob ich mit dem Essen hier klarkomme, weil ich es vom letzten Jahr nicht ganz so gut in Erinnerung hatte. Es ist aber einfach nur lecker! Außerdem macht es mit Sicherheit nicht so dick wie das Essen in den USA... :P

Abends heißt es dann unter der Woche, wie schon im letzten Post angekündigt, Training oder Chinesisch. Gestern war ich das erste Mal beim Team und durfte mich gleich ein wenig ausprobieren. Hat alles ziemlich gut geklappt und es wird mir auf jeden Fall sowohl sportlich als auch sprachlich was bringen. Wir trainieren draußen auf hartem Beton und unter schlechter Beleuchtung an der Chiang-Kai-Shek Memorial Hall. Ich kann mir kein deutsches Team vorstellen, dass sein regelmäßiges Training draußen absolviert. Mein japanisches Team hat das letztes Jahr aber auch ohne Bedenken gemacht. Glücklicherweise gehen sie aber auch manchmal zum Turnen in die Halle, sodass ich dann auch mal zum Tumblen komme und vielleicht auch mal wieder meine Schraube angehen kann.
Ganz witzig ist, dass sich um diese Memorial Hall und den Platz an den beleuchteten Stellen viele Gruppen zusammenfinden, die zum größten Teil irgendwas mit Tanz machen, sodass man da rum geht und so einiges interessantes sehen kann. Schon letztes Jahr wurde mir gesagt, dass sich solche Tanzgruppen hier in Taiwan großer Beliebtheit erfreuen und ich glaube, da ist echt was dran. Auch das HipHop Tryout heute war von geschätzen 300 Mann besucht und es soll der beliebteste Club der NTU sein. Es war auch ganz lustig, aber ich werde wohl nicht dazu kommen es weiterhin auszuprobieren, da ab nächste Woche abends dann noch Chinesisch ansteht. Naja regelmäßiges Schwimmen und 3-4 mal die Woche Cheerleading sind wohl auch genug.

Morgen ist der anstrengenste Tag der Woche und es ist schon relativ spät. Ich werde noch ein wenig in meine neuen Bücher gucken und mich vorbereiten - also die morgigen Themen kurz überfliegen – und dann schlafen gehen.

晚安, Gute Nacht, Goodnight, Buenas noches, Buona notte, Bonne nuit, お休み oder wie auch immer das grad bei euch heißen mag :)

Euer 曹岳虎

Samstag, 19. September 2009

Noch mehr Seminarbeiten?!

Nachdem ich die letzte Woche keine Zeit hatte irgendwas zu schreiben, was nicht Seminararbeit heißt, ist diese jetzt fertig und ich kann mich wieder in aller Ruhe meinem Blog widmen...

Die erste Woche Vorlesungen hat begonnen und mein Stundenplan steht:
Die Woche beginnt am Dienstag (!!!!) mit dem Graduate Kurs International Marketing. Das wird wohl der aufwendigste und schwierigste Kurs. Unter anderem müssen wir eine Art Oscar Verleihung für internationale Werbung in der Gruppe halten und dazu eine ca. 25 Seiten lange Arbeit einreichen. Aber der Prof machte einen sehr guten Eindruck mit seinem akzentfreien Englisch und mit seiner Art schafft er es vielleicht sogar mich für Marketing zu begeistern.
Ich hab erst überlegt auch noch den Graduate Kurs Financial Management zu nehmen, der wartete aber gleich mit drei ca. 20 seitigen Seminararbeiten und Präsentationen auf sich. Auch wenn die Thematik sehr interessant ist, lasse ich das lieber. Zumal wir das im 5. Semester in Mannheim ja auch noch haben.
Weiter gehts mit dem vollgestopften Mittwoch... erst drei Stunden Intermediate Accounting, dann drei Stunden Macroeconomics und danach noch mal 2 Stunden Rezitation von Intermediate Accounting mit einer Reihe von Übungsaufgaben und Anwesenheitspflicht. Accounting geht glaube ich auch ganz gut und die Professorin ist auch recht sympathisch. Vielleicht kann ich obendrein noch ein wenig Chinesisch mitkriegen, da sie die schweren Sachen auch noch mal für die Taiwanesen erklärt. Ich bin übrigens der einzige Ausländer in dem Kurs. Zwischen Accounting muss ich dann also auch noch mit dem Shuttle Bus von einem Campus zum andern, um mir die durchaus langweilige Makroökonomievorlesung anzuhören. Ich hoffe der Prof. kommt ein wenig zu potte und macht es interessanter, da ich sonst echt von Zeit zu Zeit einschlafen werde.
Zu guter letzt ist dann am Freitag noch Investments dran. Dieser Kurs erlaubt mir Financial Management nicht zu nehmen... puh. Und hier warten auch keine Seminararbeiten oder Präsentationen auf mich. Nur zuhören, zwei Prüfungen schreiben und das wars.

Obendrein gibts dann noch 6 Stunden Chinesisch die Woche und das hoffentlich am Dienstag und Donnerstag abend, weil ich dann ohne Bedenken auch Montag, Mittwoch und Freitag abend zum Training der „Monster“ gehen und meiner Leidenschaft fröhnen kann ^^
Damit ist meine Woche dann auch relativ voll und der mehr oder weniger Alltag kann beginnen.


Die Woche haben wir Allen’s Geburtstag in einem recht berühmten Restaurant für Xiǎolóngbāo gefeiert und sind danach auch noch zum Karaoke gegangen.
Der Abend war echt schön und ich glaube auch Allen hat sich über seinen 20. In Taiwan gefreut.




Heute sind wir nachmittags noch nach Danshui im Norden Taipeis. Das ist ein ehemaliges Fischerdorf bei dem es natürlich auch wieder sowas wie einen Nightmarket gab. Und alles drehte sich wieder ums Essen ^^

Ich muss hier aber nochmal herkommen um auch wirklich mal den alten Teil zu sehen. Heute bin ich aber schon früher nach Hause, um noch ein wenig Chinesisch zu lernen, da morgen der Placement Test ansteht und ich nicht in die absolute Beginner Klasse eingestuft werden will. In den letzten Tagen hat mein Chinesisch wieder ein paar Sprünge gemacht und es macht alles ein wenig mehr Sinn.

Das mit dem Sprachenwirrwarr und dem Lernen führt übrigens zu allerhand interessanten Situationen: Wir saßen in einer Bank und haben auf Allen gewartet und mein Volunteer Pin-Zhi bricht in Gelächter aus weil im auffällt, was für ein komisches Bild es doch ist, wenn ein Deutscher und eine Japanerin sich Englisch und Chinesisch auf Japanisch in Taiwan beibringen... Außerdem wurde ich heute im Zug von einer älteren Dame gefragt, ob ich Japaner wäre... ;-)

Naja ich mach mich jetzt mal ans Buch.


現在我需要學中文!
xiàn zài wǒ xū yào xué zhōng wén!

Montag, 14. September 2009

Studenten und Alkohol


Nach einer relativ kurzen Nacht in der ich u.A. auf dem Motorroller durch Taipei gefahren wurde, ging es gestern auf die Club Fair. Die Club Fair findet am Anfang eines jeden Semesters statt und hier stellen sich die ganzen Vereine der Schule vor. Der riesige Royal Palm Boulevard war folglich mit Zelten bestückt, welches die jeweiligen Clubs als Basis nahmen, um um die Neuzugänge zu buhlen. Basis bekommt hier bei den Waffenfanatikern, die in Armeeausrüstung mit Plastikwaffen den Boulevard auf- und abliefen, gleich noch eine viel treffendere Bedeutung. Sonst erfreuen sich natürlich die Sportclubs großer Beliebtheit und von Bogenschießen über Fußball bis zu Kampfsport und Tanz ist so ziemlich alles vorhanden. Sonst gibts aber auch noch allerhand kurioses, so dass man sich ganz schnell zwischen PETA-Aktivisten, Sterneguckern, Gay und Lesbian Studies und auch Cocktailmixern wiederfindet. Bei rund 170 Zelten gibt es wohl nichts was es nicht gibt. Als Ausländer mit kaum Chinesischkenntnissen wird man glücklicherweise nicht ganz so oft angesprochen. Alle anderen laufen früher oder später mit einem Batzen an Werbezetteln und anderen Informationsblättern durch die Gegend.Leider hat das Wetter nicht ganz mitgespielt, sodass das weiterkommen auf der ohnehin schon vollen Straße durch die unzähligen Regenschirme erschwert wurde. Eingeschrieben habe ich mich für keinen Klub, da ich gerade ein Cheerleading Team hier in Taipei kontaktiert habe und auf deren Antwort warte. Ich werde aber zum Tryout für HipHop gehen.



Danach gings auch gleich weiter zum Volleyballhalbfinale Japan vs. USA bei den Deaflympics - der Olympischen Spiele für Taube. Passenderweise war ich da mit Yuki und Masako - nein sie sind nicht taub :-P
Die Japanfangemeinde in der Halle war definitiv die größere und natürlich hat Japan auch ohne Abstriche gewonnen. Die Volleyballspiele wurden im auch wieder riesigen Sport Center der NTU ausgetragen, das auch gleich noch eins von zwei hauseigenen Schwimmbädern beherbergt. Nach Fahrradkauf mit Masako haben wir zwei das dann auch gleich noch ausprobiert und da ich jetzt 20mal im Monat für gerade mal 3€ schwimmen gehen darf, werde ich da sicherlich auch öfter hingehen ^^

Abends sind wir wieder essen gegangen und ich fand mich auch hier zwischen lauter Asiaten wieder. Diesmal war aber ein großer Teil auch aus Japan, sodass es mit der Kommunikation nicht ganz so schwierig war.

Heute hatte ich noch ein freien Tag und werde nachher auch wieder Abendessen gehen ( ich werde meine Küche nicht einmal benutzen :-D). Morgen gehts dann auch schon in die ersten Vorlesungen. International Marketing und Financial Management stehen auf dem Plan. Bin ja mal gespannt wie das wird...

Donnerstag, 10. September 2009

Nightmarkets


Es macht am Tag wegen der Temperaturen kaum Spaß shoppen oder essen zu gehen. In Taipei gibt es aber sogenannte Nightmarkets. Also Straßenviertel in denen viele Geschäfte einfach nur nachts und ziemlich lange aufhaben. Manche – man möge mit Porter argumentieren – mehr ausgerichtet auf Kleidung und manche auf Essen. Taiwan ist zumindest in Asien für leckeres Essen und vor allem auch Früchte bekannt.

Eigentlich wollte ich mich heute lediglich mit meinem Volunteer und zwei seiner Freunde treffen und auf die Pirsch gehen, ich hab dann aber auch noch Yuki und Alan mitgenommen. Sie Japanerin mit taiwanesischen Wurzeln und er aus Shanghai. Es ging also los mit den ersten Runden. Ja man ist hier, wenn man ausgeht in Runden. Bedeutet man setzt sich nacheinander in oder vor mehrere der Restaurants bzw. Stände und isst immer Kleinigkeiten.

Wenn man Wert auf Sauberkeit und Platz zum Sitzen bzw. Komfort legt, ist man hier mitunter fehl am Platz und es gibt bestimmt auch die ein oder andere Speise, bei der man nicht vorher fragen sollte, was es ist. Bei dem echt witzigen Zusammensein und den in der Tat sehr leckeren Speisen, guckt man da aber drüber hinweg. Es gab heut also Austern und Shrimps in einer Art Pancake gebacken, Leber, Nudeln, Shaved Ice, Mochi und und und... für umgerechnet unter 5€!!!!

Nachdem die Gruppe zu 5 startete, gesellten sich auch noch andere Freundesfreundesfreunde dazu, sodass wir letztendlich noch auf 8 anstiegen. Bis auf mich alle mit Taiwanesischem oder Chinesischem Hintergrund. Alle sprachen aber auch Englisch, sodass es zu einem regen Mix aus Mandarin und Englisch wurde. Ich verstehe dann natürlich noch nicht ganz so viel, aber ich merke jetzt schon wie es besser wird bzw. ich erkenne langsam die Sachen, die ich eigentlich schon mal im Unterricht hatte. Hab heut sogar schon versucht beim Haushaltswarenkauf zu feilschen. Hat aber noch nicht gefruchtet. Wenn es in dem Tempo weitergeht, dann wird das wirklich noch was mit dem Small-talk-Chinesisch im Januar :-)

In diesem Sinne:我要去睡覺了,因為很累了!
Zu Sprechen: wǒ yào qù shuì jiào le, yīn wèi hěn lèi le

Mittwoch, 9. September 2009

Schock und dann?

Der erste Eindruck meines Zimmers hier war echt mies und ich wollte eigentlich nur noch weg. Zwar ist das Wohnheim hier komplett neu und in meinem Zimmer hat noch niemand gewohnt, aber anscheinend ist es nicht Gang und Gebe Gebäude hier gereinigt zu übergeben. Die Betreiber des Wohnheims hielten es anscheinend auch dann nicht für nötig hier vor Ankunft der Studenten sauber zu machen. Mein Zimmer war also noch voller Baustaub. Nach überstehen der ersten Nacht mit einer nicht allzu dicken Matratze aus dem nächsten 7eleven, war der nächste Tag schon ein wenig hoffnungsvoller. Saubermachen und ne gute Matratze gekauft und schon ist das Zimmer eigentlich ganz angenehm.Heute gabs dann die Orientierungsveranstaltung und ne Campustour. Während der Veranstaltung waren wir doch echt alle dazu angehalten einen Mundschutz zu tragen, der in unserem Willkommenspaket war. Der ganze Saal war dann also voller Leute mit diesem Mundschutz. Vor allem die Europäer haben sie aber dann wieder ziemlich schnell abgenommen.
Die Campustour war eher kurz und den ganzen Campus zu zeigen wäre auch ein Unding, denn man brauch von einer in die andere Ecke eine gute halbe Stunde bei normalem Gehtempo. Es ist einfach riesig und trotz der teilweise echt baufällig alten Häuser saumäßig atmosphärisch. Es ist wie eine kleine Stadt / Parkanlage inmitten von Taipei. Der Campus der Uni ist aber nicht nur dieses eine Gebiet. Mit den gesamten im Land verteilten Arealen nimmt er sogar eine Fläche von 1% Taiwans ein!Während der Orientierungsveranstaltung hat man natürlich auch noch Leute aus aller Herren Länder kennengelernt, sodass ich auch mal die Chance habe hier und da ein wenig Japanisch zu sprechen. Ich glaub es wird ne saugeile Zeit hier und kann es jetzt schon kaum erwarten auch in die Uni zu kommen. Morgen ist Registration und ich werd mir erstmal ein Fahrrad kaufen, um die Entfernungen hier zu überwinden.

Montag, 7. September 2009

Doch-Thailand?

Eine Frau in der Warteschlange verwirrte mich mit ihrem Tourismusführer Thailand schon ein wenig. Es stellte sich aber heraus, dass der Flieger in Bangkok noch nen Zwischenhalt machen sollte und die sogut wie alle Europäer, deren Masse mich ebenso verwirrte, ausgestiegen sind. Nach erneutem Boarding war dann der ganze Flieger auch voller Asiaten und Taipei noch ein Schritt näher.

Sonst war das Essen unter aller Sau und persönliches Entertainment gab es auch nicht. Glücklicherweise war ich nach der hammer Feierei in Berlin mit Benno, Claudi und Jule müde genug um gut schlafen zu können. Darüber hinaus musste ich mich doch echt auf 20kg Freigepäck beschränken. Mit Verzicht auf wirklich alles was man nicht braucht oder hier kaufen kann, hatte ich immer noch 3kg Übergepäck. Dank meinem Charme und meiner Eloquenz hat die Frau beim Checkin in Berlin mich aber mit nem Augenzwinkern durchgelassen ^.^

Jetzt sitze ich also mit meinen Sachen im Wartesaal des Flughafens und tue das, was man da so tut - warten auf den Abholservice der NTU – noch ganze 1,5 Stunden. Geld ist auch schon geholt und Simkarte am Start und die Konditionen recht günstig... ne SMS in Taiwan kostet mich umgerechnet maximal 7Cent und ins Ausland gerade mal 11Cent. O_o*!

Ich bin also gut angekommen und freue mich heute erstmal aufs Bett, dafür muss ich aber noch ne Matratze und alles andere kaufen.

Bis die Tage

岳虎

Dienstag, 1. September 2009

Nicht-Thailand!

Zugegebener Maßen ist es schon schwierig diese beiden Länder voneinander zu unterscheiden, wo sie sich doch in ihrer Vorsilbe so ähnlich sind. Das wars dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Nagut sie sind beide auch noch in Asien... wow^^

Sicherlich gibt es auch noch ein paar andere kulturelle Gemeinsamkeiten oder geschichtliche Verknüpfungen, denen ich mir jetzt auch nicht bewusst bin, aber ich behaupte mal Taiwan und Thailand sind grundverschieden.

Damit zumindest jeder, der diesen Blog liest, eine Vorstellung hat, wo ich mich in den kommenden 5 Monaten aufhalte, hier also ein kleines Portrait über Taiwan:


Taiwan ist ein im Südosten Chinas gelegener Inselstaat. Nach Bangladesch ist es der zweitdichtbesiedeltste Staat der Welt. Auf einer Fläche der Größe Baden-Württembergs leben hier ca. 23 Mio Menschen. Ungefähr 3 Mio davon leben in der Hauptstadt Taipei und zukünftig dann auch einer mehr.

Die Insel befindet sich in der subtropischen und tropischen Klimazone mit Durchschnittstemperaturen von 12°C im Februar und 25°C im Juli. Dank der wunderschönen Landschaft ist Taiwan von den Portugiesen als "Ilha Formosa" ("schöne Insel") bezeichnet worden und auch heute noch unter diesem Namen bekannt.

Die Bezeichnung Staat könnte jedoch schon für Widerspruch sorgen. Die Volksrepublik China sieht Taiwan als abtrünnige Provinz. Dagegen sieht Taiwan sich selbst als eigenen Staat unter dem Namen "Republik China" und ist de facto auch ein solcher mit eigenem Regierungssystem. Um die Beziehungen zu China aber nicht eskalieren zu lassen verfolgt Taiwan die Politik der 5-Nein:

Sie erklären das Land nicht formal als unabhängig und die die Beziehung zu China nicht als zwischenstaatlich. Weiterhin ändern Sie den Namen "Republik China" nicht, lassen das Volk nicht über die politische Zukunft entscheiden (nur noch 12% der Taiwanesen sehen sich als Chinesen) und sie schaffen die Richtlinien zur chinesischen Wiedervereinigung nicht ab.

China droht indessen Taiwan durch das Anti-Abspaltungsgesetz mit einem militärischen Gegenschlag und richtet für den Fall auch mehr als 1000 Raketen auf die Insel.

Derzeit erkennen auch nur eine handvoll Staaten Taiwan als eigenständigen Staat an - keiner davon in Europa. Die USA sind natürlich ganz vorne mit dabei, wenn es um die Verurteilungen jeglicher Unabhängigkeitsbestrebungen Taiwans geht.

Die Amtssprache ist wie auch in China Mandarin-Chinesisch. Als regionaler Dialekt gilt Taiwanesisch und wird vorallem in den ländlichen Gebieten gesprochen.

Für den Fall, dass ich mit meinem Minimalchinesisch nicht weiterkomme, sprechen die Jüngeren meist Englisch und sonst habe ich eine gute Chance mit Japanisch weiterzukommen. Die Generation der japanischen Besatzungszeit, die immerhin 50 Jahre anhielt, spricht nämlich Japanisch mitunter noch besser als Mandarin und Japanisch ist neben Englisch auch heute noch DIE Fremdsprache für Taiwanesen.